Flug im Zug
Der 250 Meter lange Zug soll 800 km/h schnell sein – ohne eigenen Antrieb an Bord. Für Vortrieb sorgen Magnetringe, die auf 20 Meter hohen Pylonen in der Landschaft thronen. Durch die zischt der Aeroslider berührungslos – ohne Schienen, Röhren oder andere physische Stabilisatoren.
Einen besondere Kniff gibt es aber: Der Rumpf des Luftgleiters soll mit Helium gefüllt werden, damit das „Geschoss“ leichter wird. Ob der Zug je von Moskau nach Shanghai in 12 Stunden schießt, wie gedacht, wird sich zeigen. Aber gern zitieren wir an dieser Stelle Albert Einstein: „Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.“
So könnte der Aeroslider Eurasien mit Afrika vernetzen
Zur Entstehungsgeschichte einer schienenlosen Verkehrstechnologie
Die Idee einer neuen Generation schienenloser Hochgeschwindigkeitssysteme entstand augenscheinlich nicht über Nacht. Neben dem oben beschriebenen Konzept wie dem AeroSlider stehen auch frühere ingenieurwissenschaftliche Entwicklungen, die dieselben Grundprinzipien verfolgten. So entwickelte der Schienenfahrzeugingenieur Naveen Kumar Chaudhary mit dem Ringway Transportation System schon im Jahr 2012 ein patentiertes Konzept für eine schienenlose, aufgeständerte Verkehrstechnologie mit einem kontaktlosen elektromagnetischen Antrieb und einer Fahrzeugarchitektur nach dem sogenannten Cantilever-Prinzip, bei dem ein Zug an einer erhöhten Tragstruktur geführt wird und nicht auf einem klassischen Schienenpaar fährt. Chaudharys Weiterentwicklungen wurden im Jahr 2020 ebenfalls patentiert. Weitere Details finden Sie hier.